Serviceangebote

sternLektorat/Korrekturen

sternSatz & Layout

sternRedaktion

sternKontakt & Preise

Qualifikation

sternReferenzen & Vita

sternPublikationen & Vorträge

sternRätsel

sternsternsternsternsternsternsternsternsternsternsternstern

Home
Links
Buchtipps
Impressum

Sie sind hier: Home > Qualifikation > Öffentliche Veranstaltungen > 27.5.2015

Auch das Schöne muss sterben

Zwei Gedichte von Schiller und Hölderlin,
vertont durch Brahms

Musikalisch-literarischer Abend im Museum Rosenegg in CH-Kreuzlingen am 27. Mai 2015

Auch das Schöne muss sterbenZusammen mit der Dirigentin des Oratorienchors Kreuzlingen Annedore Neufeld sprach ich an diesem Abend über zwei Werke von Johannes Brahms: Schicksalslied (op. 54) und Nänie (op. 82). In einer bildreichen Präsentation gab ich Erläuterungen zu den vertonten Gedichten, zu ihrem Wortlaut, der lyrischen Form, dem Werkkontext und zu verschiedenen Deutungsansätzen.

Dr. Monika Oertner

„Auch das Schöne muss sterben“, mit diesem Vers beginnt Friedrich Schillers Nänie (1800), die Textgrundlage der gleichnamigen Komposition von Brahms (1881). Darin wird die Endlichkeit des Schönen anhand dreier mythologischer Todesfälle bewiesen: Eurydike, Adonis und Achill. Trost bietet die Aussicht auf ein Weiterleben im Kunstwerk.

Dem Schicksalslied (1871) von Brahms liegt ein Gedicht von Friedrich Hölderlin zugrunde, Bestandteil seines Briefromans Hyperion oder der Eremit in Griechenland (Bd. 2, 1799). Im Gedicht zeichnet Hölderlin ein düsteres Bild des menschlichen Lebens und kontrastiert es mit dem der „seligen Genien“, denen eine stille, klare und ewige Existenz beschieden ist. Beide Gedichte verlangen nach Illustration und Deutung.

Annedore NeufeldAnnedore Neufeld zeigte am Flügel, welche musikalische Ausgestaltung die Texte in der Vertonung durch Johannes Brahms erfahren haben. Zusätzlich ermöglichte die Einspielung von Konzertaufnahmen sowie der Nachvollzug auf den betreffenden Partiturseiten Einsichten darüber, mit welchen musikalischen Mitteln Brahms inhaltliche Punkte verdeutlicht hat. Der große Komponist war nämlich auch ein großer Literaturkenner. Dass seine Vertonungen immer auch sensible und tief empfundene Interpretationen der verwendeten Texte sind, belegen die zwei vorgestellten Werke eindrucksvoll.

Auch das Schöne muss sterben

Veranstaltet wurde der Abend durch den Oratorienchor Kreuzlingen, dessen Präsidentin Kornelia Seiler die Begrüßungsworte sprach und die Referentinnen vorstellte. Der historische Stucksaal des Museums Rosenegg aus dem 18. Jahrhundert war der passende Ort für den Anlass.

Dr. Monika Oertner

Mehr Informationen liefert der Veranstaltungsflyer (Gestaltung oertner.net).

Fotos auf dieser Seite: Predrag Tatalovic.

< zurück